Eine dieser wichtigen Maßnahmen ist die gezielte Bewegungstherapie. Hier haben Sie es buchstäblich selbst in der Hand, durch regel- mäßige Übungen die Muskulatur zu kräftigen und die Beweglichkeit der Finger und Hände zu erhalten bzw. spürbar zu verbessern.
Die Übungen dürfen ruhig ein wenig anstren- gend sein, sollen jedoch keinesfalls Schmerzen auslösen. Sollte dies der Fall sein, brechen Sie die betreffende Übung bitte ab und streichen Sie sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ge- gebenenfalls aus Ihrem Übungsprogramm.
Führen Sie die Übungen möglichst regel- mäßig (z.B. 2x täglich) durch.
Auf jeden Fall gilt: Art und Umfang der Übungen sind abhängig von Ihrer individuellen Erkrankung! Konkrete Empfehlungen erhalten Sie von Ihrem Arzt.
Ihr Arzt steht Ihnen mit seinem Rat und seiner Hilfe zur Seite. Durch aktive Mitarbeit können Sie selbst viel zur Bekämpfung Ihrer Krankheit beitragen. Wir wünschen Ihnen hier- bei viel Erfolg und gute Besserung!
Für die abgebildeten Übungen können Sie einen weichen Schaumstoffball oder ein Stück Knetmasse verwenden. Knetmasse ist in verschiedenen Härtegraden erhältlich.
Übung 1
lSetzen Sie sich an einen Tisch und legen Sie Unterarm und Handkante bequem und gerade auf. Den Raum zwischen Handgelenk und Tischplatte können Sie zusätzlich mit einem Polster, z.B. einer dünnen Schaumstoffrolle, ausgleichen.
lUmfassen Sie den Ball mit allen fünf Fingern und kneten sie ihn.
lÜbung mit der anderen Hand wiederholen.
lLegen Sie beide Handflächen aufeinander (Daumen nach oben).
lÖffnen Sie die Hände vorn (Handwurzeln bleiben aneinander) und nehmen Sie den Ball zwischen beide Handflächen.
lDrücken Sie jetzt mit beiden Daumen den Ball mehrmals kräftig in Richtung der kleinen Finger.
Übung 2
lLegen Sie Unterarm und Handkante wie in Übung 1 beschrieben bequem und gerade auf den Tisch.
lDer Daumen zeigt nach oben.
lFühren Sie nun den Daumen über die Hand- innenfläche zum Kleinfingergrundgelenk und wieder zurück.
lÜbung mit der anderen Hand wiederholen.
Übung 5
lLegen Sie Ihren Unterarm bequem auf eine feste Unterlage (z.B. einen Stapel Bücher oder eine Tischplatte). Die Hand soll frei beweglich sein.
lBewegen Sie nun die Hand abwechselnd nach rechts und links, oben und unten.
lBitte keine kreisförmige Bewegung machen! lÜbung mit der anderen Hand wiederholen.
Übung 3
lUmfassen Sie den Ball mit einer Hand.
lDrücken Sie nun zunächst mit dem Daumen, dann mit dem Zeigefinger, danach mit dem Mittelfinger, sodann mit dem Ringfinger und zuletzt mit dem kleinen Finger den Ball in Richtung Daumenballen.
lLegen Sie Unterarm und Handkante wie in Übung 2 beschrieben auf den Tisch.
lBeigestrecktenFingergrundgelenken beugen Sie nur die Mittel- und Endglieder zur ”kleinen Faust”.
lSpannung einen Moment halten und dann wieder lösen.
lÜbung mit der anderen Hand wiederholen.lÜbung mit der anderen Hand wiederholen.
DienormaleFunktionderHandistdieBewegung
Nach einer Verletzung oder Operation an der Hand ist es oft notwendig, die Hand für eine unterschiedlich lange Zeit ruhigzustellen.
Bitte bewegen Sie in der Phase der Ruhigstellung alle nicht ruhiggestellten Gelenke. Tun Sie dies bitte konsequent aber ohne Anstrengung und ohne Provokation von Schmerzen.
Die Bewegung der nicht ruhiggestellten Gelenke an der Hand ist außerordentlich wichtig, bei zu langer – falsch verstandener Schonung – neigen gerade Fingergelenke zu Einsteifungen.
Sind die Verbände oder Gipsschienen entfernt, sollten Sie sehr konsequent – in Absprache mit dem nachbehandelnden Arzt – die ehemals ruhiggestellten Gelenke wieder bewegen, Sie dürfen hierbei in der Regel auch vorsichtig die andere Hand gefühlvoll mit einsetzen. Respektieren Sie jedoch bei allen Bewegungen die Schmerzgrenze.
Eine sehr alte Regel lautet: Man bewege bis an den Schmerz, nicht in den Schmerz.
Die Vermeidung der Schmerzprovokation ist auch wichtig, wenn Sie in einer physiotherapeutischen oder ergotherapeutischen Praxis nachbehandelt werden: Jede Bewegungstherapie, jede Krankengymnastik an der Hand, die zu stärkeren Beschwerden führt, ist falsch! Durch eine solche Schmerz provozierende Physiotherapie wird das genaue Gegenteil des Gewünschten erreicht.
Mehrere Tage nach Entfernung der Fäden sind die meisten Wunden gut verschlossen und Sie können Ihre Hände auch wieder ganz normal waschen. Zu diesem Zeitpunkt ist es oft sehr sinnvoll, über eine Periode von mehreren Wochen die operierte Hand in einem Handbad eigentätig zu bewegen. Als Handbad eignet sich hier angenehm warmes Wasser, als Zusatz können Sie Kamillen-Lotion oder auch eine milde Seife verwenden. Halten Sie in entspannter Haltung die Hand in das warme Wasser und führen Sie drei bis fünf mal täglich für je 5 Minuten Beuge- und Streckbewegungen mit den Fingern und Bewegungen mit dem Handgelenk aus.
Wenn Sie möchten, können Sie nach einer gewissen Übung auch beginnen, einen weichen Schwamm oder einen Softball auszudrücken. Ungeeignet sind hier relativ harte Bälle wie z.B. ein Tennisball.
In dem Handbad sollen Sie die Bewegungen wiedergewinnen, nicht die Kraft trainieren. Dies kann die Hand gerade kurz nach einer Verletzung oder Operation völlig überfordern.
Bei allen Bewegungsübungen gilt: Provozieren Sie niemalsSchmerzen.
Mit geduldiger, lang dauernder und häufig wiederholter Bewegungsübung in kleinen Einheiten erreichen Sie mehr als durch falschen Ehrgeiz.
Zur Schmerzminderung kann – für eine gewisse Zeit nach Gipsruhigstellung – auch eine Handgelenksstütze empfohlen werden.